Kampagne Stoppt Zwangsprostitution!

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Kampagne Stoppt Zwangsprostitution!

Rein, raus?

Zwang und Ausbeutung

Für die Frauen, die bzgl. ihrer Arbeit als Prostituierte bei der Anwerbung getäuscht wurden, bricht eine Welt zusammen, wenn sie in Deutschland ankommen. Sie werden zu Gefangenen in einem Netz von Lügen und Drohungen. Sie sind ohne Hilfe und ohne Geld in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht verstehen und in dem sie nicht auf verlässliche Beziehungen zurückgreifen können.

Unter massiven Druck geraten sie, wenn ihnen bewusst wird, dass sie kaum etwas verdienen können: Die Menschenhändler fordern plötzlich mehr Geld als vereinbart. Hinzu kommen willkürliche Geldstrafen bei Gegenwehr, und man verlangt von ihnen hohe Beträge für die Bereitstellung eines Arbeitszimmers, von Arbeitskleidung oder von Fahrdiensten.

Die Täter drohen damit, dass man sie überall finden werde. Es bestünden gute Beziehungen zur deutschen Polizei, außerdem könne der Familie im Herkunftsland jederzeit etwas zustoßen. Und was wäre, wenn die Familie von der Prostitution wüsste?

In einigen Fällen erleben Frauen körperliche Gewalt. Manche werden geschlagen und vergewaltigt.

Eingeschüchtert und diszipliniert durch diese Machtdemonstrationen, haben die Frauen Angst vor den Tätern, Angst vor der Polizei, Angst vor Gefängnis und Angst vor Abschiebung. Die Frauen tun alles, was von ihnen verlangt wird. Sie fühlen sich rechtlos, abhängig, hilflos, wertlos und sehen keinen Ausweg.
Ilona: „Es gab keine offenen Drohungen. Aber ich hatte so ein Gefühl, dass was passieren wird, wenn ich nicht gehorche. Kunden abzulehnen ist sehr schwierig.“

Opfer von Menschenhandel sind deshalb oft nicht in der Lage, bei der Polizei gegen die Täter auszusagen. Dies ist einer der wesentlichen Gründe dafür, warum die Strafverfolgung bei Menschenhandel so schwierig ist.

Mit der EU-Osterweiterung (2004 und 2007) kommen nun viele junge Frauen aus Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Slowakei u. a. nach Deutschland, um aufgrund ihrer Perspektivlosigkeit in der Prostitution zu arbeiten. Die Rechtslage erlaubt es diesen Menschen, sich ohne Visum in Deutschland aufzuhalten und zunächst als Selbstständige zu arbeiten.

Obwohl die Frauen arbeits-, steuer- und aufenthaltsrechtlich legal in der Prostitution arbeiten können und meist aus ihrer Zwangslage heraus der Tätigkeit zugestimmt haben, sind sie dennoch nicht selbstbestimmt tätig. Vielmehr werden sie von hochkriminellen Händler- und Zuhälterringen kontrolliert und wirtschaftlich ausgebeutet. Vielen Frauen fehlt das Wissen über die behördlichen Abläufe und Regelungen im Zusammenhang mit der Selbstständigkeit, und sie vertrauen dem angeblichen „Management“ der Zuhälter.

Fehlende Erwerbsalternativen, vorherrschende Perspektivlosigkeit und weitreichende Abhängigkeitsstrukturen führen dazu, dass Frauen sich nicht aus ihrer Zwangs- und Ausbeutungssituation lösen können.

Kreative und konstruktive Herangehensweisen sind erforderlich, um den Zugang zu dieser neuen Gruppe von Betroffenen zu finden.

Hier möchten wir Sie als Freier darauf aufmerksam machen, dass Frauen, die legal in der Prostitution tätig sind und auf den ersten Blick selbstständig und freiwillig arbeiten, in Wirklichkeit abhängig von ihren Zuhältern sein können und ausgebeutet werden.